Ein Mehrfamilienhaus bietet Kapitalanlegern die Möglichkeit, mehrere Wohneinheiten in einem Investment zu bündeln. Damit entstehen Chancen, aber auch zusätzliche Anforderungen an Analyse und Bewirtschaftung.
Der große Vorteil: mehrere Mieter
Bei einem Mehrfamilienhaus verteilt sich das Mietausfallrisiko grundsätzlich auf mehrere Einheiten.
Wenn eine Wohnung vorübergehend leer steht, können die übrigen Einheiten weiterhin Einnahmen erzeugen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Mehrfamilienhaus automatisch risikoärmer ist. Zustand, Lage, Mietstruktur und Finanzierung bleiben entscheidend.
Die Mietstruktur analysieren
Vor einem Kauf sollten Anleger beispielsweise untersuchen:
- Anzahl der Einheiten
- Wohnungsgrößen
- aktuelle Mieten
- Mietentwicklung
- Fluktuation
- Leerstand
- Mietrückstände
- Modernisierungsstand
Auch die Frage, ob die bestehenden Mieten nachhaltig am Markt erzielbar sind, ist wichtig.
Technische Prüfung
Bei einem Mehrfamilienhaus können größere Investitionen anfallen.
Besonders relevant sind beispielsweise:
- Dach
- Fassade
- Fenster
- Heizung
- Leitungen
- Elektrik
- Balkone
- energetischer Zustand
Eine professionelle technische Prüfung kann deshalb vor dem Ankauf besonders wertvoll sein.
Finanzierung und Cashflow
Mehrfamilienhäuser weisen häufig größere Kaufpreise auf. Dadurch gewinnt die Finanzierung zusätzlich an Bedeutung.
Die Kalkulation sollte auch Szenarien berücksichtigen, beispielsweise:
- höhere Zinsen bei einer Anschlussfinanzierung
- temporärer Leerstand
- größere Instandhaltungsmaßnahmen
- unerwartete Reparaturen
- veränderte Mietentwicklung
Fazit
Ein Mehrfamilienhaus kann für erfahrene Kapitalanleger ein interessantes Investment darstellen.
Die Qualität des Investments hängt jedoch nicht allein von einer attraktiven Rendite ab. Entscheidend sind Standort, Gebäudequalität, Mietstruktur, Kaufpreis und Finanzierung.